Tomaten ausgeizen? Und wenn ja, wie?

Ein häufig diskutiertes Thema: Tomaten ausgeizen. Aber erstmal vorweg, was ist das überhaupt? Man geizt eine Tomate aus, indem man einfach (alle) in den Blattachseln entstehende Seitentriebe herausbricht. Das ist es auch schon, alles keine Magie. Man verspricht sich davon ein gezielteres und ergiebigeres Wachstum der Pflanze. Wenn ihr davon vorher noch nie gehört habt: Alles gut, die Erde hat sich auch für euch weitergedreht und vermutlich habt ihr auch immer Tomaten ernten können 😉 . Wie ich schon mehrfach gesagt habe, die Pflanzen nehmen das alles meist gar nicht so ernst wie der ein oder andere Gärtner. Zumal, ausgeizen oder nicht? Das wird auch oft heiß diskutiert. Warum sollte man also eine Tomatenpflanze ausgeizen, bzw. dies nicht tun?

Zunächst einmal geizt man nicht alle Pflanzen aus. Nur Stabtomaten, also die die ihr an einem Stab kultiviert. Das sind aber die meisten. Buschtomaten hingegen geizt man nicht aus! Nehmen wir also an, dass wir eine Stabtomate haben: In den Blattachseln wachsen neue Seitentriebe heran, welche auch Früchte tragen werden. Allerdings stehen Tomaten oft in Reihen sehr nah beieinander (oft sogar eh schon zu nah) und wir können es gar nicht gebraucht, dass die Pflanze noch breiter wird, wir wollen, dass sie nach oben wächst. In solch einem Fall würden Seitentriebe nur stören, da sie das Wachstum vom Haupttrieb hemmen und die Pflanzen, wenn sie in die Breite gehen sich gegenseitig das Licht nehmen. Stehen deine Pflanzen allerdings alleine so muss Ausgeizen gar nicht von Vorteil sein, du willst vielleicht sogar, dass die Pflanze etwas breiter wächst. Dann achte aber darauf, dass die entstehenden Seitentriebe unter Umständen auch angebunden werden müssen, da sie schwer werden und leicht ausbrechen. Dies sollte dann aber an einem anderen Stab geschehen, da sonst alles wieder nur zusammengepappt wird und die Triebe sich wieder gegenseitig das Licht wegnehmen. Auf diese Weise könnt ihr gezielt einige Seitentriebe stehen lassen. Auch dann würde ich allerdings den Rest weiter ausgeizen. Ausgeizen bringt aber auch Nachteile!

Der große Nachteil beim Ausgeizen ist, dass durch das Herausbrechen der Seitentriebe natürlich Wundstellen entstehen, welche die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Co. machen. Dann kann es auch passieren, dass man keine Seitentriebe, sondern Blütenstände herausbricht. Wenn man es richtig macht und dazu kommen wir jetzt, dann sind die Wunden sehr klein und Blütenstände erkennt man mit etwas Wissen auch sofort. Aber vorher nochmal kurz: Ihr erntet auch Tomaten, wenn ihr sie nicht ausgeizt und je nach Situation auch gar nicht zwingend mehr und größerer, wenn ihr es tut. Also lasst euch gar nicht auf irgendwelche Diskussionen ein, man muss ja nicht alles optimieren und das Ganze kostet auch einfach Zeit!

Ich geize meine Pflanzen aus und ich tue das wenn es geht jeden Samstagmorgen sobald die Pflanzen die ersten Geiztriebe zu bilden anfangen. Aber wie erkennt man einen Geiztrieb, bzw. einen Seitentrieb, welchen man ausgeizen kann? Diese entstehen in den Achseln zwischen bereits bestehenden Blatttrieben und dem Haupttrieb. In den Fotos unten sieht man einmal einen schon etwas größeren Seitentrieb und einen ganz jungen. Den jungen würde ich persönlich sogar noch etwas wachsen lassen, weil es mir so zu fummelig wäre diesen zu entfernen. Richtiges brechen ist in so einem Stadium nämlich noch gar nicht richtig möglich, da er so weich und flexibel ist.

Wenn man mal einen Seitentrieb nicht sieht passiert das was man auf folgendem Bild sieht. Der Seitentrieb (rot) ist richtig groß geworden und man kann schon erahnen, dass dieser ohne ihn anzubinden in Zukunft abbrechen wird. Deswegen muss er weg, auch wenn die Pflanze schon viel Energie hineingesteckt hat. Meine Schuld, aber bringt ja alles nichts, wenn er dann später voll mit schönen, schweren Früchten abbricht, war es eine noch größere Verschwendung.

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Wie unterscheidet man jetzt aber diese Seitentriebe von möglichen Fruchtansätzen. Das ist eigentlich ganz einfach, denn diese Wachsen meistens eben nicht genau in der Achsel (siehe Foto unten). Ich habe auch schon gelesen, dass diese nie in der Blattachsel entstehen, aber das ist einfach falsch! Bei einigen Sorten tuen sie auch das und das habe ich auch bei mir schon beobachten können. Wenn ihr euch unsicher seid, wartet einfach bis ihr erste Blätter oder Blüten seht, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

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Wir haben die Seitentriebe jetzt identifiziert, wie werden sie entfernt? Das ist wirklich einfach, wenn ihr einmal beherzt zupackt so könnt ihr den Trieb einfach herausbrechen, wie man ja auch so oft sagt. Das geht wirklich einfach, probiert es einfach mal aus, denn auch hier gilt, die Pflanze stirbt nicht gleich, wenn ihr es falsch macht. Tomaten sind robust. Habt ihr trotzdem Angst oder ist der Trieb schon sehr dick, so könnt ihr natürlich auch einfach eine Gartenschere nehmen (siehe unten). Der Trieb auf dem Foto ist aber bei weitem noch nicht zu dick um ihn einfach herauszubrechen.

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Wenn ihr noch mehr Pflanzen gebrauchen könnt oder verschenken wollt, so behaltet die besten Triebe und stellt sie einfach in ein Glas voll Wasser. Diese werden sehr schnell Wurzeln schlagen, dann könnt ihr sie einpflanzen. Direkt in Erde geht auch, ich bilde mir aber ein, dass erstes häufiger klappt. Probiert es einfach aus! Nach getaner Arbeit sieht das dann bei mir ungefähr so aus. Ihr braucht also nicht zimperlich zu sein 😉 .

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Ich hoffe ich konnte euch helfen. Wenn ihr weitere Fragen oder Anregungen habt immer her damit! Der ganze Beitrag ist auf die Frage einen Lesers hin entstanden. Bis zum nächsten Mal! 🙂

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