Projekt: Hühnerstall, Innenausbau

Die Zeit drängt. Kevin und Jacqueline wachsen viel schneller als wir erwartet hatten und wir wollen, dass sie aus ihrem kleinen Käfig herauskommen. Deswegen habe ich jetzt erstmal mit dem Innenausbau weiter gemacht, draußen ist soweit alles dicht, da drängt keine Arbeit mehr. Auch habe ich wieder angefangen in der Woche, nach der Arbeit, am Stall zu arbeiten, das hatte ich immer mehr zurückgefahren, weil es einfach so wenig lohnt für 1h die Sägen aufzubauen. Das ist jetzt aber egal, je früher die beiden in den großen Stall kommen umso besser.

Spachteln

Zunächst hatte ich im Baumarkt Holzspachtel gekauft, nachdem ich den bisher ja immer selbst aus Sägemehl und Leim gemacht hatte, um einige Lücken in der Vertäfelung nach draußen auszubessern. Ich wollte den echten auch mal ausprobieren. Die Konsistenz ist fast identisch zu der von nassem Spielsand und auch die Eigenschaften bei der Verarbeitung, denn das Zeug klebt viel weniger als das selbst aus Leim angemischte mit Vor- und Nachteilen: Man kann es viel länger verarbeiten, aber es klebt halt viel weniger, das heißt auch an anderen Oberflächen und sich selbst. Und so war es wirklich eine Herausforderung damit Lücken auszubessern. Beim nächsten Mal würde ich dafür etwas anderes nehmen. Beim Abdichten, siehe unten, hat es sich dann aber ganz gut geschlagen.

Platten dran

Als nächstes habe ich Glaswolle mit einem Brotmesser zugeschnitten, das geht einfach am besten, aber psssst habs hinterher einfach wieder in die Spülmaschine gepackt 😉 . Schneidet die Glaswolle o.ä. immer ein wenig größer zu so muss man sie etwas hineinstopfen und sie hält von alleine. Ich bin so froh, wenn ich mit dem Dämmmaterial fertig bin, denn Glaswolle ist einfach ein Teufelszeug und zwar gerade bei dem Wetter. Es juckt einfach überall! Naja, als nächstes habe ich 18mm, ungeschliffene (weil günstiger) OSB Platten mit und mit ausgemessen, zugeschnitten und an die mit Glaswolle gefüllten Wände geschraubt. 18mm einfach deshalb, damit diese eine Stärke haben in die man später noch etwas anschrauben kann. Gleiches habe ich auch mit dem Nistbereich, dem Dach und den Türen gemacht, hier aber 12mm OSB verwendet. Arbeitet sauber und messt sorgfältig aus, es ist nicht zwingend alles 100% gerade und so sollte man zur Sicherheit den Bestimmungsort der nächste Platte an mehreren Punkten ausmessen. Übertreiben muss man es aber auch nicht, denn wir müssen Fugen und Ritzen hinterher eh noch ausspritzen.

Ich sage, dass alles was ich hier zusammenschraube auch ihr könnt, auch wenn ihr keine Ahnung habt, habe ich nämlich auch nicht. Denn alles besteht immer wieder aus den gleichen, wenigen Tätigkeiten, welche wirklich jeder erlernen kann. Alles was es braucht ist Geduld und dann ist es immer wieder nur: Hämmern, Schrauben, Messen und Zusägen. Davon ist nur letzteres nicht trivial und genau deswegen habe ich hier eine Schritt für Schritt Anleitung zusammengeschrieben die zeigt wie ihr vernünftig Platten zusägt und zwar mit einfachsten Mitteln. Und ihr werdet sehen auch das ist super einfach mit etwas Geduld! Warum sage ich das so oft? Weil ich selbst kein geduldiger Mensch bin. Geduld musste ich lernen und gab mir das Alter, ich hoffe ihr müsst nicht erst darauf warten älter zu werden, um euren ersten Stall zu bauen 😉 . Und jetzt ran! Fangt an einen Stall zu bauen.

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Wenn ihr, im Gegensatz zu mir, zu den versierten und selbstsicheren Heimwerkern gehört entschuldigt bitte die kurze Motivationsansprache 🙂 . Das Anschrauben der Platten war überall straight-forward bis auf die Decke. Denn bautechnisch fügte sich hier meine Lösung einer Lüftung ein, wie ich sie hier schon beschrieben habe. Das kann bei euch, je nach Lösung, aber anders sein. Dann kann aber auch die Decke mit Dämmwolle und OSB geschlossen werden. Vorher habe ich noch ein Elektrokabel in die Mitte gelegt, damit hier später mal eine Lampe installiert werden kann. Es biete sich einfach an dieses Kabel in der Decke zu verstecken.

Das Fenster, eine nie endende Geschichte

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Bei mir war die Decke nicht ganz der einzige Sonderfall. Ich habe euch schon vorher mal berichtet, dass ich das Fenster ein wenig zu voreilig vergittert hatte, ohne die Ritzen zu verschließen. Das wurmte mich jetzt so sehr, denn ich hatte keine Lust, dass der ganze Stall Milbensicher ist und sie dann hier leben, dass ich kurzer Hand das Gitter wieder herausriss. Man ist das eine Mistarbeit. Naja, aber sie ist getan. Dann habe ich das Fenster komplett mit Acryl ausgespritzt. Darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein. Das Gitter habe ich erstmal weggelassen, denn hier habe ich mich gleich für eine andere Lösung entschieden. Viel schöner ist aber doch, dass sich bei meiner Abrissaktion das Fenster aus seiner Arretierung gelöst, aufgeschwungen und eine Scheibe zerborsten ist. Echt geil. Ich hab da wirklich Minuten lang gestanden, auf dieses Fenster gestarrt und gedacht, dass das jetzt nicht wahr ist: Man entscheidet sich dazu den Pfusch neu zu machen und macht die extra Arbeit und bekommt als Dank noch mehr davon?! Aber bringt ja alles nichts, ich werde das Fenster reparieren und davon berichten.

Abdichten

Jetzt galt es auch die anderen Ritze und Lücken abzudichten, damit sich hier gar nicht erst Vogelmilben einnisten können. Ich hatte noch etwas Holzspachtel übrig und so verwendete ich diesen, um alle Lücken auf Flächen und alle Schraubenlöcher zu verspachteln. Wenn das getrocknet war habe ich den Überstand einmal kurz abgeschliffen. In den Ecken habe ich dann Acryl verwendet. Ich hab das günstigste Acryl verwendet was es gab und nur darauf geachtet, dass es auch für außen geeignet ist, da es im Stall auch mal kalt werden kann. Hier stellt sich erstmal die Frage ob Acryl oder Silikon? Beide sind sehr ähnlich, Acryl ist überstreichbar, aber dafür weniger elastisch. Sollte in unserem Fall also fast egal sein, im Nachhinein hätte ich wohl Silikon genommen einfach da das ganze Holz arbeitet, aber vielleicht ist das Acryl auch elastisch genug. Wenn ich hier irgendwann mal nacharbeiten muss, werde ich aber davon berichten. In beiden Fällen geht man aber gleich vor.

Man bringt eine schöne Wurst mit einer Kartuschenpistole auf die Ecke auf, dann benetzt man einen Finger mit etwas Spüliwasser und fährt mit dem Finger die Ecke entlang. Für eine schöne Fuge braucht es ein wenig Übung, aber das ist nur Ästhetik. Wichtig ist nur, dass keine Risse mehr da sind und sich das Material mit den beiden angrenzenden Holzplatten verbunden hat, sonst nochmal nacharbeiten. Zum Thema Kartuschenpistole: Nehmt nicht das aller günstigste Modell, denn genau ein solches habe ich und damit fallen einem sehr schnell die Finger taub ab. Zum Glück hat mein Vater seine aber bei mir vergessen, so konnte ich diesmal seine verwenden 😉 . Wenn ihr eine Tube Acryl oder Silikon mal nicht aufbraucht und die Tube keinen Stopfen hat, steckt vorne einfach einen großen Nagel rein. Auch ein Kniff den ich von meinem Vater habe. Das schützt nicht ewig vorm Austrocknen, aber ein paar Monate schon.

Damit ist der Innenausbau im Stall auch schon beendet 🙂 . Auf die automatische Hühnerkappe gehe ich später noch gesondert ein, momentan ist das Loch einfach verschlossen. Weiter geht es jetzt mit der Inneneinrichtung und auch um das kaputte und unvergitterte Fenster müssen wir uns noch Kümmern. Das aber beim nächsten Mal. Vergesst nicht den Blog auf wordpress oder facebook zu abonnieren, wenn ihr das nicht verpassen wollt 😉 . Ich würde mich freuen. Bis dahin, frohes Werkeln!

Weiter zum nächsten Teil: Branntkalk herstellen und Stall kalken
Hier geht es zum vollständigen Stall-Projekt

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