Gartenupdate Anfang Juni

Es ist Anfang Juni und wenn es einen Monat gibt, der mit dem Mai konkurrieren kann, dann doch dieser 🙂 . Alles wächst und sprießt, das Wetter hier ist einfach klasse, immer wieder Regen und Gewitter und danach Sonne prall, was will der Gärtner mehr. Trotzdem sind unsere Pflanzen fast alle nicht so weit wie letztes Jahr um diese Zeit. Aber wir haben auch deutlich später angefangen die Pflanzen im Haus vorzuziehen und dann erinnern wir uns alle noch an den bitter kalten März. Aber das wird alles noch und für viele Kulturen, zum Beispiel Bohnen, Kürbisgewächse und Gurken hat die Kulturzeit gerade erst begonnen. Lasst euch also nicht entmutigen, wenn es so scheint, dass alle anderen jetzt schon jeden Tag pralle Früchte ernten. Zunächst einmal sind es nur ein paar Leute und deren Pflanzen sind oft schon im Januar und Februar unter Pflanzenleuchten großgezogen und haben einfach einen enormen Vorsprung. Zudem spielt die Region und mit ihr das Klima eine sehr große Rolle. Also nicht schocken lassen, es ist noch massig Zeit 🙂 .

Fangen wir mit der Tomatenhölle an. Diese machen sich prächtig, ich habe die ersten Fruchtstände gesichtet und ich habe sie jetzt Anfang Juni das erste Mal ausgegeizt. Das heißt Seitentriebe, welche aus den Blattachseln wachsen, weggebrochen oder abgeschnitten, wenn sie schon etwas dicker waren. Die Triebe kann man, wenn man möchte in ein Glas mit Wasser stellen und binnen Tagen bilden sich Wurzeln, dann hat man noch mehr Pflanzen. Viele Gärtner geizen Tomaten aus, manche wiederum nicht. Die Vorteile sind, dass die Pflanzen nicht so dicht wachsen und somit der Rest mehr Licht bekommt, dann muss man die Seitentriebe oft auch anbinden, weil sie abbrechen würden und sie bilden einfach auch eine Konkurrenz zum Haupttrieb, welcher langsamer wächst. Andererseits werden die Pflanzen dadurch verletzt und Krankheiten und Co. können sie einfacher befallen. Am Ende müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr es machen wollt oder nicht, die Pflanzen bringen Ernte in beiden Fällen.

Die Paprika und Chili auf der Fensterbank. Ja, sie haben es mir ziemlich übel genommen, dass ich sie von Drinnen gleich in die pralle Sonne gestellt habe. Sie hatten alle einen fetten Sonnenbrand, aber ich hatte einfach keine Zeit und Platz diese vernünftig an die Sonne zu gewöhnen. Gleiches galt für die Tomaten, aber die haben es deutlich besser weggesteckt. Ich nehme mir jedes Jahr vor es diesmal besser zu machen, aber naja Vorsätze eben. Sie wachsen aber und ich habe auch erste Fruchtstände gesehen. Mal sehen ob das was wird. Ihr werdet es erfahren.

Ein bisschen was gibt es tatsächlich schon zu ernten, die ersten Beeren sind reif! Und so gibt es täglich frische Himbeeren, Johannisbeeren und Erdbeeren zu naschen. Von allem haben wir eigentlich nicht genug, um daraus etwas zu machen und so werden sie einfach verspeist wie sie gerade wachsen. Hm, vielleicht sollten wir aber einfach nochmal ein Beeren-Eis machen. Auch Sonnenblumen und Boretsch, dieses Jahr das erste mal für die Bienen dabei, wachsen toll und bilden erste Blütenstände aus. Zuletzt oben zu sehen ist Topinambur. Von unserer letzten Ernte haben wir einfach wieder ein paar Knollen eingepflanzt. Lange wussten wir gar nicht was es ist, denn Schwiegermutter hat uns einfach drei Pflanzen in die Hand gedrückt und gesagt wir sollen die einpflanzen, den deutschen Namen für das Gewächs kannte sie nicht und so blieb es lange ein Geheimnis was da vor sich hinwächst. Die Knolle kann man ähnlich wie eine Kartoffel verarbeiten, dabei ist sie aber nicht so mehlig und schmeckt auch etwas anders. Versucht es mal.

Rund um den Teich gibt es auch immer viel zu sehen. Ja es sind Goldfische drin, ich bin auch nicht frei von Fehlern 😉 . Heute würde ich heimische Fische nehmen, aber vielleicht kommen tatsächlich auch noch welche rein. Allerdings will ich den Fischbesatz auch nicht so stark vergrößern, denn der Teich hat auch nur ca. 8000l. Wie ich diesen angelegt habe werde ich euch hier bald auch zeigen.

DSC_8120
Bei den Kräutern gibt es nicht viel Neues, der Basilikum ist explodiert und möchte sehr bald verarbeitet werden und wenn ihr ganz genau hinseht kann man auch erste Ansätze von Salbei im gleichen Bottich sehen. Wenn ihr noch besser hinschaut, könnt ihr vorne links sogar den ersten Knoblauch sehen! Endlich! Ich glaube ja nicht mehr dran, dass der noch etwas wird.

Im letzten Teil haben wir schon gesehen, dass die Frühkartoffeln im Hochbeet richtig explodiert sind, das hat sich auch fortgesetzt, dazu aber unten mehr, hier sieht man aber, dass auch unsere späte Sorte nachgezogen ist. Ich habe diese in relativ wenig Erde in die Speißbütten eingelegt und in den letzten Wochen dann immer weiter mit Erde zugekippt. Mal sehen, ob das mehr Ernte bringt, so ist es in jedem Fall besonders einfach Kartoffeln anzuhäufeln. Der Kohl macht sich auch gut. Bisher habe ich noch keine einzige Raupe gesichtet, ich hoffe die Netze halten den Kohlweißling weiter fern. Beim Hopfen habe ich es mir derweil ganz einfach gemacht und ein zweites Rankgitter lose oben aufgesetzt. Ich hoffe der ist nicht beim ersten Sturm unten…

Ich hab im Haus noch einige Zucchini stehen, welche darauf warten, dass die Bohnen groß genug sind, um sie dazwischen zu setzen schließlich sollen sie die Bohnen nicht überwuchern. Dann habe ich aber auch immer wieder gesehen, dass andere Gärtner unter anderem Zucchini in Strohballen kultivieren. Fand ich cool und da ich gerade eh beim Bauern war, um Einstreu für die Hühner zu besorgen, habe ich gleich zwei Strohballen mitgenommen. Danach! Habe ich mich dann informiert, natürlich erst danach 😀 , und herausgefunden, dass ich das nicht machen will. Ich meine ich hatte mich natürlich schon gewundert, wo die Nährstoffe aus dem Ballen herkommen sollen, aber die anderen machen es ja schließlich auch. Ja, indem man vorher massig Dünger in die Ballen einbringt, damit die Pflanzen irgendwie überleben. Einen wirklich Vorteil der Kultivierung im Ballen, außer dass es cool ausschaut, habe ich nicht gefunden und das fand ich dann tatsächlich zu albern und habe es einfach sein gelassen. Jetzt bekommen die Ballen die Hühner zum Spielen.

Die Ballen hinter uns gelassen stellt sich die Frage, was passiert im anderen Hochbeet? Hier habe ich versucht die Kartoffeln etwas vom Rand wegzuschneiden, damit die teilweise noch sehr kleinen Erbsenpflanzen genug Licht bekommen. Diese musste ich immer wieder neu aussähen da die Keimrate wirklich schlecht war.  Das Zurückschneiden hat aber so gar nicht geklappt. Die Kartoffeln wuchern wie verrückt. Die beiden frühen Sorten hier werde ich diesen Monat vielleicht sogar schon beernten. Trotzdem halten die Erbsen sich wacker und fangen teilweise an zu blühen. Möhren und Rote Beete musste ich ausdünnen. Diese werden ja direkt ins Beet gesät und wachsen dann viel zu dicht. Einige hatte ich schon in Lücken gesetzt in denen das Saatgut nicht so gut aufgegangen sind, aber nun musste ein größerer Teil raus, um Platz zu schaffen. Das muss ab jetzt ab und zu immer mal weider getan werden, da man nicht einfach direkt alle rausreist sondern immer nur das was wirklich zu eng ist. Damit bleibt jede Pflanze so lange drin wie es eben geht und man erhält beim Ausdünnen teilweise sogar schon ganz nette Ernten. Sogar heute war schon etwas dabei. Die kleinen Möhren wurden zu Kükenfutter verarbeitet und die Rote Beete wanderten direkt  am nächsten Tag in den Eintopf. Köstlich!

Jede Woche blühen andere Pflanzen und die meisten kenne ich nicht einmal. Das gelbe ist Gilbweiderich, das rot-orangen Mohn? Kennt ihr mehr davon?

Wen haben wir übersprungen? Die Bohnen. Stangenbohne und Buschbohne sind nicht sehr gut gekeimt, aber wie ich anfangs gesagt habe hat die Kulturzeit für Bohnen gerade auch erst begonnen und so habe ich in die Lücken einfach nachgesät. Das sieht nach ein paar Tagen jetzt schon viel besser aus. Auch habe ich jetzt zwei Zucchini zwischen die rankenden Bohnen gesetzt. Diese sollen den Boden bedecken, während die Bohnen dem Starkzehrer Nährstoffe liefern. Oft pflanzt man die beiden zusammen mit Mais, der dann noch den Bohnen als Rankhilfe dient, ein Dreigespann das viele Namen hat, unter anderem, die drei Schwestern oder Indianerbeet. Das habe ich letztes Jahr auch versucht, aber das wurde so gar nichts. Diesmal also nur zwei Schwestern. Ich habe jetzt viel von Rankhilfen gesprochen und ja, ich habe noch keine. Wie ich eine mit relativ wenig Geldeinsatz gebaut habe erfahrt ihr hier.

Die Bohnen habe ich dann noch mit Rasenschnitt gemulcht, weil sie es gerne feucht haben. Ich hatte noch etwas Mulch übrig, denn zuerst wanderte der zu den Tomaten und in alle Pflanzengefäße und Hochbeete, da diese besondern schnell an Wasser verlieren. Und eben dieses hält der Mulch im Boden. Gerade bei den Tomaten, welche ja auch noch überdacht stehen und somit keinen Regen abbekommen, wirkt dieser Wunder. Ansonsten müsste ich diese alle zwei Tage gießen, habe ich alles schon hinter mir. So habe ich die Tomaten dieses Jahr bisher erst 3 mal gegossen. Wo aber habe ich den Rasenschnitt her und auch noch so viel, wo ich doch gar nicht Rasen mähe? 😉 Naja, man muss halt Leute kennen, welche eben dieses tun. Mulchen kann man aber auch mit ganz anderen Materialien. Probiert es mal aus! Ich hoffe auch dieser Rundgang hat euch gefallen. Dann gibt es bald mehr. Aber auch wenn nicht, lasst Feedback, Anregungen und Fragen da.

Weitere Themen rund um Kulturen gibt es hier

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s