Honigbienen – Zu Besuch beim Profi

Ich habe Anfang letzten Jahres den Entschluss gefasst Bienen zu halten. Warum das plötzlich in mir aufkam? Ich weiß es nicht mehr. Mein bester Freund Erik imkert schon viele Jahre neben dem Beruf und das fand ich immer schon toll, aber so richtig gepackt hat es mich persönlich erst letztes Jahr. Wir haben jetzt seit gut 2 Jahren einen eigenen Garten und viele dieser Dinge kommen seither in mir hoch und das finde ich gut 🙂 .

Eine erste Hürde stellte meine Freundin dar, denn diese mag nicht nur keine Fliegetiere 😀 , sondern hatte auch Angst vor Bienen und meiner Idee. Denn unser Garten ist nicht so riesig, dass sie niemals mit den Bienen in Kontakt käme. Geholfen haben da abertausende Bienen in unserem wilden Wein 1m neben der Terrasse, welche in einem Jahr nicht auch nur eine Person stachen. Die Ungefährlichkeit musste ihr aber natürlich mein Kumpel noch bestätigen, denn mein Wort zählt ja nicht 😉 . Dieses Jahr sieht es schon ganz anders aus, sie unterstützt alle meine Bemühungen den Wildbienen zu helfen, sei es mit der Bepflanzung, dem Nichtmähen oder Behausungen und sie ist glaube ich fast schon traurig, dass es diese Jahr noch nichts geben wird mit unseren eigenen Honigbienen, denn Hühner und Stallbau nehmen momentan all unsere Zeit und auch Geld in Anspruch. Nichtsdestotrotz soll die Zeit aber nicht vergeudet sein und ich bin auch der festen Überzeugung, dass ich so viele Bücher über Imkerei lesen kann wie ich will (es sind schon einige bisher), am Ende braucht man auch Praxis und vor allem jemanden an den man sich wenden kann, wenn irgendetwas unvorhergesehenes passiert. Sucht euch so jemanden! Wenn ihr niemanden kennt, kontaktiert doch einfach einen nahegelegenen Imkerverein.

Letztes Wochenende haben Erik und ich es dann endlich mal zu seinen Bienen geschafft. Super, denn die Zeit ist gerade eh spannend. Fast wäre nichts daraus geworden, weil ein Gewitter durchzog, und schwüles Wetter mögen die Bienen gar nicht. Wir wagten es trotzdem. Seine Völker stehen sehr abgelegen in einem Hang. Direkt am Waldrand und umgeben von Wiesen, ein wirklich tolles Fleckchen für Bienen. Weit und breit keine Monokulturen. Ich wünschte ich könnte das auch aufbieten, denn wir leben leider in mitten eben dieser. Warum sind Monokulturen schlecht? Aus zwei Gründen, hier wird oft gespritzt und nicht immer bienenverträglich und noch viel schlimmer, alles blüht auf einmal, die Völker haben viel Nahrung, werden groß und von jetzt auf gleich blüht nichts mehr und die Völker verhungern, wenn man nicht eingreift.

Als nächstes wurde ich erstmal in einen Imkeranzug gepackt, Erik natürlich nicht, und dann ging es hoch zu den Völkern. Elf stehen hier gerade und wir schauten uns einige an. Den Honig wollte Erik heute nicht ernten, auf Grund des Wetters, auch wenn die Honigräume randvoll waren 🙂 . Ich sehe täglich Bienen, aber so auf den Waben kamen sie mir sehr klein vor, fast schon niedlich. Ich übernahm die Aufgabe die Bienen ein wenig mit Rauch zu umnebeln, damit diese in den Wabengassen verschwinden, einfach weil sie denken, dass der Wald brennt, sie alles an Honig in ihrer Honigblase wegschaffen müssen und damit zu träge zum Angreifen sind. Es war wirklich wunderschön all das mal zu sehen von dem ich so viel gelesen hatte. Und so zeigte mir Erik allerhand und ich stellte viele Fragen. Da die ersten Völker recht friedlich waren und es draußen sau heiß und schwül obendrein zog ich dann auch irgendwann meinen Schleier ab und wurde natürlich prompt am Ohr gestochen 😀 . Mein letzter Bienenstich liegt mehr als 20 Jahre zurück und das obwohl ich meist barfuß durch den ungemähten Garten laufe ein Umstand der, zumindest wenn ich die Kommentare mancher Menschen berücksichtige, eigentlich täglich zu dutzenden Stichen führen müsste. Naja ich habe wahrscheinlich viel Glück 😉 . Ich konnte mich so aber nicht mehr wirklich daran erinnern wie es ist. Der Einstich selbst hat mich erschreckt auch weil die Biene nicht erst auf mir saß und zustach, sondern zielgerichtet mit ihrem Arsch und Stachel voraus auf mein Ohr zuflog, so stellte ich es mir zumindest vor. Danach spürte ich erstmal nichts, später stellte sich ein latenter Schmerz um das Ohr herum ein, welcher aber zu ertragen war. Aber auch Erik hat es erwischt, dieses Volk war einfach nicht so gut drauf gerade.

Wir haben auch ein paar Weiselzellen (Weisel = Königin) gefunden. Das sind Zellen in denen neue Königinnen großgezogen werden und, welche dementsprechend größer sind und sich meist außerhalb des normalen Baumusters befinden. Diese sind in den zwei Bildern oben gut zu sehen. Auf dem rechten, steckt sogar die Junge Königin noch drin. Sie wurde vermutlich von einer Mitkonkurrentinnen totgestochen bevor sie vollständig geschlüpft war. Kurz nachdem ein Volk angefangen hat neue Königinnen aufzuziehen, zieht die alte meist mit einem großen Teil des Volkes aus, schwärmen nennt man das, und sucht sich ein neues Heim. Die neue Königin, welche sich dann durchsetzt fliegt aus, um sich begatten zu lassen. Wenn sie zurückkehrt, kann das Leben im Staat weitergehen. Und genau letzteres scheint ausgerechnet bei Eriks Lieblingsvolk nicht geschehen zu sein, denn es war anscheinend weisellos (= ohne Königin), denn die Königin war nicht zu finden und neue Brut gab es auch nicht. Damit wäre das Volk verloren gewesen. So entschied er sich einen Rahmen mit Brut aus einem anderen Volk zu nehmen und in dieses neue einzuhängen. Wenn das Volk wirklich keine Königin mehr hat so wird es sich aus der vorhandenen Brut eine neue Königin ziehen.

Das war er, mein erster Beitrag zu Honigbienen. Wenn ihr auch einmal Interesse daran habt einen Tag Imker zu sein und im Raum Aachen wohnt  oder euch für Bienenprodukte, wie Honig, Wachs, Met und/oder Propolis interessiert, so kann ich euch nur empfehlen Erik per Mail anzuschreiben. Als nächstes wird es hier entweder einen Beitrag zu Überlegungen die ich zu meiner zukünftigen Bienenhaltung habe (dann alles ganz von vorne, Schritt für Schritt) geben oder etwas über einen weiteren Besuch, mal sehen was vorher passieren wird, auch ich lasse mich überraschen. Ich Hoffe ihr habt genauso Bock wie ich.

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