Was ist eigentlich mit den Eisheiligen? & Tomaten

Es wird immer gesagt frostempfindliche Pflanzen solle man ins Freiland bringen sobald die Eisheiligen (Mitte Mai) vorbei sind. Was ist eigentlich dran?

Das ist eigentlich gar nicht so verkehrt, vor allem wenn man nicht weiter drüber  nachdenken will,  denn wenn es auch an den Eisheiligen selbst erwiesenermaßen nicht mehr Frost gibt als im Mai allgemein so erinnern diese doch daran, dass es im Mai durchaus nochmal frieren kann. Und so hat dies viel mehr mit eurer Lage (Norddeutsche Küste vs. Alpenvorland) und der Bereitschaft zu Pokern zu tun, denn wenn es auch mal Frost im Mai geben mag so ist dieser natürlich selten. Gesehen habe ich schon einige, welche alles schon draußen haben, vielleicht angestachelt durch den sau warmen April. Ich halte es immer wie folgt und schaue mir Ende April / Anfang Mai über einen gewissen Zeitraum die Wettervorhersage für die nächsten 14 Tage an und sobald die danach aussieht, dass es Nachts keinen Frost mehr geben wird und das mit einem relativ großen Puffer 5-6°, dann kommt bei mir alles raus, und das ist heute! Alles? Nein nicht alles, wenn wir uns mal auf Kulturpflanzen beschränken so mögen z.B. Gurken und Kürbisgewächse, also auch Zucchini, es gerne wenn der Boden schon etwas wärmer ist und dafür sollte es eine längere Zeit durchweg warm gewesen sein (könnte dieses Jahr sogar schon der Fall sein, ich habe aber kein Bodenthermometer und warte einfach noch ein paar Tage).
DSC_7405Ich habe die Pflanzen selbst drinnen vorgezogen, um ihnen einen schönen Vorsprung zu geben. Heute kommen raus: Tomaten und Kohl (Brokkoli, Blumenkohl und Kohlrabi, wobei Wirsing und Grünkohl bei mir erst später ins Beet kommen, wenn die ersten Kulturen schon wieder fertig sind z.B. Frühkartoffeln). Dieses Jahr hatte ich teilweise wieder richtig Probleme bei der Anzucht der Kohlpflanzen. Diese schießen sehr schnell und gehen nach dem Pikieren fast komplett ein, fangen sich dann aber so gerade noch. Was mache ich falsch? Zu wenig Licht? Aber sie stehen schon unter Pflanzlampen. Habt ihr eine Idee?

Aus den Beeten heraus kommt jetzt schon der Spinat. Der gelingt am Besten im Frühjahr und Herbst, denn im Sommer ist es zu warm und er schießt und bildet Blühtenstämme. Dann ist er nicht mehr genießbar.
DSC_7414Schon länger in den Beeten sind die winterharten Kräuter, bzw. sich wieder selbstaussäenden, bei uns: Schnittlauch, Petersilie, Thymian, Zitronenmelisse und Pfefferminze. Ausgesät habe ich schon Dill und Boretsch. Der Basilikum steht noch auf der Fensterbank und soll noch etwas größer werden bevor er rauskommt und zu guter Letzt wird heute Salbei direkt ausgesät.

Auch schon im März/April gesät sind Karotten, Rote Beete, Erbsen und Dicke Bohnen. Die restlichen Bohnen kommen heute als Direktsaat rein. Die vorgekeimten Kartoffeln und Topinambur habe ich schon vor einer Woche gesetzt.

Damit ich den Überblick behalte, vor allem bei den Arten die verwandt sind und somit lange sehr ähnlich aussehen, habe ich Bambus zugesägt und mit wasserfestem Stift beschriftet. Ich habe noch Unmengen Bambus rumliegen, da ich letztes Jahr einen aus dem Garten entfernen musste. Hier geht aber auch alles andere auf dem sich schreiben lässt und was nicht sofort verrottet. Wasserfest ist hier ein ganz wichtiger Punkt: Letztes Jahr habe ich 9 Sorten Kartoffeln angebaut und der Stift war dann wohl doch der falsche, denn nach einem Tag war alles weg. Das ist gerade bei Kartoffeln wirklich ärgerlich, da man diese je nach Sorte ja unterschiedlich früh ernten will…

Kommen wir aber zu dem wichtigsten Gemüse für uns, der Tomate zurück. Einfach zu kultivieren und toll im Geschmack (vor allem im Vergleich zur standard Supermarkt-Tomate). Wenn man denn, keine standard Hybrid-Tomatenpflanze oder Saatgut kauft. Schaut euch um, Saatgut von alten Tomatensorten gibt es überall (vielleicht biete ich euch nächtes Jahr auch welches an). Bei der Tomate gilt es nur einige wenige Dinge zu beachten:

1. Sie mag es nicht im direkten Freiland zu stehen, denn sie wird nicht gerne nass und wenn sie es mal wird muss sie schnell wieder abtrocknen können (Thema Braunfäule). Es gibt einige Sorten die es dann doch wieder ganz gut abkönnen, aber der Ertrag ist meistens im Gewächshaus, unter einem Dach oder auf der Fensterbank besser.

2. Sie braucht viel Wasser! Aber denkt an 1. Vorsichtig gießen, denn die Sporen der Braun- & Krautfäule sollen nicht aufgewirbelt werden und dann auch noch  an die feuchte Pflanze gelangen. Zudem solltet ihr lieber regelmäßig gießen, als einmal in der Woche viel, andernfalls neigen die Früchte zum Platzen.

3. Sie braucht viel Sonne. Deswegen und wegen 1, stellt man sie auch nicht zu eng.
DSC_7415So, wenn man das den Pflanzen bietet und sich vielleicht noch ein wenig um sie kümmert (dazu später mal mehr) steht einer großen Tomatenernte nichts mehr im Wege! Ah, nochwas! Tomaten sind selbstbestäuber, d.h. das regelt der Wind. Heißt dann auch, dass ihr sie theoritisch auch drinnen auf der Fensterbank kutltivieren könnt.  Verbessern könnt ihr die Bestäubung dann mit einem Pinsel o.ä., das ist aber auch eigentlich nicht nötig. Aber denkt immer dran: All diese Regeln um die Kultur von Gemüse sind nicht in Stein gemeißelt. Wenn es bei euch nicht anders geht, dann versucht es mal im Freiland. Wenn es nicht zu viel regnet kann das durchaus gut gehen und so gilt das für alle „Regeln“, wenn man sie nicht beachtet merkt die Planze das in den seltensten Fällen und kippt spontan um…

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