Projekt: Hühner, Idee & Start

Wie ihr vielleicht schon an Hand meines Hühnerstallprojekts erahnen konntet haben wir uns vor gut einem Jahr dazu entschieden Hühner zu halten. Aus verschiedenen Gründen. Zunächst mögen wir einfach Tiere. Dann bekommen wir unsere Eier schon jetzt vom Bauern im Nachbardorf (ein Grund dafür ist in dieser Dokumentation sehr gut zusammengefasst – „Die Eierlüge„) und eigene Eier sind nur noch besser 😉 . Und zuletzt liebe ich einfach diese bäuerliche Klein-Idylle (denn sehr groß ist unser Garten nicht), welche wir uns im Garten geschaffen haben und dabei sind zu schaffen.

Nun gut, nach dem Entschluss habe ich mich viel informiert und gelesen und es war sehr schnell klar, wir wollen es nicht überstürzen und ich will mir Zeit nehmen einen ordentlichen Stall zu bauen. Auch war schnell klar, die Hühner sollen einen großen Teil des Gartens als Auslauf bekommen. Wir haben unseren Garten ziemlich genau in der Hälfte zweigeteilt, einen Nutzgartenteil und den anderen 😉 . Auch wenn der andere trotzdem voll mit Tomaten steht. Und so sollen die Hühner zunächst einen abgesteckten Bereich im Nutzgarten bekommen, ich will diese aber so oft wie möglich auch in diesen lassen, sobald alle Beete hühnersicher sind.

Nach diesen grundlegenden Dingen ging es dann darum sich zu entscheiden: Welche Rasse? Und woher bekommen? Bei der Wahl der Rasse stand eines sofort fest, es werden Rassehühner und keine Hybriden.

Update:
Ich habe Feedback von euch bekommen, dass meine Ausführung hier ein bisschen zu knapp ist und ihr gerne genauer wissen wollt, warum uns so klar war, dass es ein Rassehuhn wird. Bei der Aussage geht es eigentlich viel stärker um den zweiten Teil. Keine Hybriden! Das handhabe ich beim Gemüse-Saatgut mittlerweile genauso. Und auch hier gilt das gleiche, alle Hühnerrassen sind mittlerweile Nutztiere und wurden aus einem Zweck gezüchtet, sei es Eier, Fleisch und/oder Optik, und keine hat noch etwas mit einem Wildhuhn zu tun. Aber Hybridhühner sind überzüchtet und das Prinzip von Hybridzucht im Allgemeinen sagt mir nicht zu, denn oft wird nur noch für den Gebrauch gezüchtet (deswegen auch oft Gebrauchszüchtung) und die entstandenen Tiere/Pflanzen sollen oder können sich gar nicht mehr vermehren, sondern werden einfach immer wieder, platt gesagt, einmalig erstellt. Diesen Eingriff in die Natur finde ich einfach zu stark. Auf die Reinrassigkeit kommt es mir also gar nicht so sehr an, obwohl ich das Gefühl habe das Hühnerrassen im Allgemeinen nicht so überzüchtet sind wie manch anderes Haustier. Ich weiß auch noch gar nicht ob ich verhindern möchte, dass sich die unterschiedlichen Rassen, welche wir haben möchten, vermischen. Das wichtigste ist uns einfach, dass die Hühner natürlich lebensfähige Tiere sind, im Gegensatz zu dem mit  Antibiotika vollgepumpten Masthähnchen, welche es so nicht geben sollte, denn das hat für mich mit Natur nichts mehr zu tun. Auch wenn ich natürlich mit selbst schuld daran bin, dass es sie gibt, wenn ich mal wieder zum günstigen Fleisch greife.

Der youtube-Kanel von Robert Höck gibt einen Überblick über unzählige tolle Rassen, hier solle man unbedingt mal reinschauen, wenn man auf der Suche ist. Auch sicher war von Anfang an, wir wollen nicht nur eine Rasse, und meiner Freundin musste ich auch versprechen ein oder zwei Hühner aus dem Tierheim o.ä. zu retten. Aber irgendwie muss man ja anfangen. Wichtig ist uns, dass es eine Rasse ist die sich zur Zweinutzung eignet, d.h. nicht nur zur Mast oder Eiablage gezüchtet ist, sondern eben beides kann: Ausreichend Eier legen und genug Fleisch ansetzt. Zudem soll die Rasse kein aufbrausendes Temperament besitzen und gelassen sein, denn wir wohnen in einem Wohngebiet und ich will nicht, dass die Hühner ständig ausbüchsen und über die Hecke fliegen. Es gibt sehr viele Rassen mit diesem Profil, aber sie sollten und natürlich auch noch optisch gefallen. So kamen wir zunächst auf Bielefelder Kennhühner.

Bielefelder-kennhuhn
Bielefelder Kennhuhn, Quelle: Stuhlgockel, CC BY 3.0

Diese Rasse verdankt ihren Namen dem Umstand, dass schon die Küken kennfarbig sind, d.h., man erkennt ob es Hahn oder Henne ist und natürlich dem Umstand, dass sie erstmals in Bielefeld gezüchtet wurden. Ein Jahr verging und irgendwann stießen wir dann auf Schwedische Blumenhühner und verliebten uns sofort beide.

Schwedisches_Blumenhuhn,_Henne
Schwedisches Blumenhuhn, Quelle: Nobody75

Diese sind nicht auf einen Farbschlag gezüchtet und besitzen so die unterschiedlichsten Farben. Alle sind weiß gepunktet und verdanken diesem Umstand ihren Namen. Weiterhin sollen sie sehr zutraulich sein, werden 2-3,5kg schwer und sollen auch bis zu 200 Eier legen. Damit war die Entscheidung für die Rasse gefallen und es ging um die Frage nach dem woher? Hier gibt es nach dem Henne-Ei-Problem genau zwei Einstiegspunkte und wir entschieden uns für die des Ei’s, aus zwei Gründen: Bruteier lassen sich über den Postweg empfangen und wir wollten die kleinen vom ersten Moment an verfolgen. Nun brauchten wir aber einen Inkubator und das war gar nicht so einfach. Auf der einen Seite wollte ich nicht unendlich viel Geld (>100€) für einen Flächenbrüter ausgeben, der dann zumeist auch noch riesig ist, zum anderen sind die günstigen Varianten aus Fernost oft als Schrott verschrien. Ich habe also viele Foren durchwühlt und viele Leute gefunden, welche sehr positive Erfahrungen mit den günstigen und kleinen Inkubatoren gemacht haben, aber nur sehr wenige, welche diese als schlecht verschrien und gleichzeitig mal benutzt hatten. Ein also typisches Bild und so habe ich mich entschieden es einfach einmal zu versuchen. Entschieden habe ich mich für den Janoel12. Ich habe euch hier mal einen Link zu Amazon gegeben über den ich an eurem Kauf beteilig würde, allerdings solltet ihr euch unbedingt umschauen, denn bei eBay z.B. habe ich diesen nochmal deutlich günstiger bekommen (~47€).

Janoel12

Der Inkubator ist gerade deswegen toll, da er sowohl über einen Lüfter verfügt, womit die Temperatur sich sehr gleichmäßig über das Volumen hält, ein häufiges Problem von sehr günstigen Inkubatoren, wenn nämlich die Temperatur am Ei eine deutlich andere ist als die am Temperatursensor. Dann dreht der Inkubator die Eier auch selbstständig womit man ihn nicht mehrmals am Tag öffnen muss. Um die Luftfeuchtigkeit muss man sich allerdings selber kümmern, oder das beste hoffen. Es sollen 12 Eiere reinpassen, was aber sehr optimistisch ist. Das würde zwar funktionieren allerdings nur wenn man die automatische Wendung nicht benutzt. Getestet mit relativ großen Hybrideiern (Größe: L) würde ich höchstens 6 hineintuen. Ich habe heute 9 Bruteier von einer Züchterin in der Nähe bestellt (ich denke diese sind etwas kleiner) und werde bald mehr berichten. Es geht los *aufgeregt* …

Weiter zum nächsten Teil: Die Eier sind da!

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